Fragen

Ist Sexualassistenz Prostitution?

Wird das von der Krankenkasse bezahlt? 

Weckt man mit diesem Angebot nicht schlafende Hunde? 

Was ist, wenn sich KlientInnen in die SexualassistentIn verlieben? 

Sexualassistenz ist doch einfach eine Marktlücke, und die Ausführenden wollen sich auf Kosten von Menschen mit Behinderung bereichern. 

Zwischen KlientIn und AssistentIn geschieht eine Abhängigkeit. Was  ist, wenn die Sitzungen aus irgend einem Grund nicht mehr stattfinden können? 

Wer «verordnet» eine SexualassistentIn, bzw. wer entscheidet  ob jemand eineN braucht? 

Mit diesem Angebot schafft man für Behinderte einen Sonderstatus in Sachen Sexualität. Sie müssen sich mit «Kuschelsex» und Streicheln zufrieden geben.  

 

 

 

Antworten

Ist Sexualassistenz Prostitution?
Kommt auf Ihren Blickwinkel an, und darauf, was Sie sich persönlich darunter vorstellen. Abgesehen davon ist längst nicht jede Begegnung mit einer SexualassistentIn auch Erotisch, im herkömmlich verstandenen Sinn.

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Wird das von der Krankenkasse bezahlt?
Sind sexuelle Bedürfnisse eine Krankheit? 

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Weckt man mit diesem Angebot nicht schlafende Hunde?
Jeder Mensch ist ein sexuelles Wesen. Auch Menschen die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen. Auch Menschen mit geistiger Behinderung.  Ihre biologisch/sexuelle Entwicklung verläuft in etwa gleich wie bei jedem anderen Menschen auch.

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Was ist, wenn sich KlientInnen in die SexualassistentIn verlieben?
Haben Menschen mit Behinderung kein Recht auf dieses kraftvolle Gefühl, oder auf Liebeskummer? Müssen sie vor dem Leben geschützt werden?

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Sexualassistenz ist doch einfach eine Marktlücke, und die Ausführenden wollen sich auf Kosten von Menschen mit Behinderung bereichern.
Ja es ist eine Marktlücke. Aber ob man mit dieser Arbeit reich wird?

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Zwischen KlientIn und AssistentIn geschieht eine Abhängigkeit. Was  ist, wenn die Sitzungen aus irgend einem Grund nicht mehr stattfinden können?
Was ist, wenn die BetreuerIn in der Institution ihre Arbeit kündigt? Was ist, wenn eine Beziehung in die Brüche geht? Was ist, wenn Eltern sterben? Das Leben besteht auch aus Abschieden. Müssen Menschen mit Behinderung davor geschützt werden?

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Wer «verordnet» eine SexualassistentIn, bzw. wer entscheidet  ob jemand eineN braucht?
SexualassistentInnen werden nicht verordnet, sondern KlientInnen sollten selber entscheiden können, ob sie dieses Angebot in Anspruch nehmen wollen.

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Mit diesem Angebot schafft man für Behinderte einen Sonderstatus in Sachen Sexualität. Sie müssen sich mit «Kuschelsex» und Streicheln zufrieden geben.
Solche Angebote existieren auch für Menschen  «ohne» Behinderung. Abgesehen davon ist es für Menschen mit Behinderung keine Pflicht, Sexualassistenz in Anspruch zu nehmen. Aber auf dem Weg zur vollständigen Integration von Menschen mit einer Behinderung kann diese «Sonderlösung» ein notwendiger und sinnvoller Schrit
t sein.

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